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Kontakt

Kunstsammlung Jena
Städtische Museen Jena
Eine Einrichtung von JenaKultur.
Markt 7
07743 Jena

Tel. +49 3641 49-8261
Fax +49 3641 49-8255
kunstsammlung@jena.de

Kurator
Erik Stephan
erik.stephan@jena.de

Werkleiter JenaKultur
Jonas Zipf

Direktor
Dr. Ulf Häder


Öffnungszeiten

Es gibt nur ein Programm: Freiheit! Kirchner, Nolde, Heckel, Schmidt-Rottluff, Amiet und Hodler. Zum 100. Todestag von Botho Graef

Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafik

©Kunstsammlung Jena

3. September 2017 - 19. November 2017

Vernissage: Sonntag, 3. September 2016, 11 Uhr (Rathaus)
Presserundgang: Freitag, 1. September 2017, 11 Uhr

Eintritt: 8 Euro/erm. 5 Euro

©Kunstsammlung Jena

Anlässlich des 100. Todestages von Botho Graef ehrt die Kunstsammlung Jena diesen Freund der Künste und Künstler mit einer Ausstellung. Im Zentrum der Schau steht genau jene Kunst, für die er sich in besonderer Weise engagierte, der Expressionismus.
Die Liste der Künstler unserer Ausstellung orientiert sich vor allem an den Rezensionen, die Graef zwischen 1904 und 1917 regelmäßig in der Tagespresse veröffentlicht hat und in denen viele der bedeutendsten Künstler seiner Zeit dargestellt werden. Zum Kreis dieser Künstler gehören Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Otto Müller, Adolf Erbslöh, Cuno Amiet, Ferdinand Hodler und viele andere. Neben den Besprechungen jener Künstler, deren Bedeutung bereits vor dem Ersten Weltkrieg als gesichert gelten konnte, hat sich Graef immer wieder auch Künstlern gewidmet, die im Regionalen offen für Neues gewesen sind oder auch den Jüngsten, die stilistisch zu den noch Suchenden zählten. Aus diesem Umfeld sind für die Ausstellung beispielhaft Werke von Erich Kuithan, Helene Czapski-Holzman, Frida Mentz-Kessel, Charles Crodel und Christian Natter ausgewählt worden. Neben den bildenden Künstlern war Botho Graef auch der Literatur eng verbunden und mit Stefan George und Richard Dehmel befreundet, während Ernst Hardt, Karl Vollmöller und Hugo Hertwig von ihm unterstützt worden sind.

Eine Darstellung der herausragenden Persönlichkeit Botho Graefs mündet zwangsläufig in einem Panorama jener künstlerischen Kräfte, die sich am Vorabend des Ersten Weltkrieges thematisch und bildnerisch von tradierten Darstellungsformen verabschiedet und zu neuen, eigenen Ausdrucksmöglichkeiten gefunden hatten. Graef wirbt mit einfühlsamen, klug gesetzten Worten für das „Geheimnis echter Kunst, die uns überzeugt, oder wenn man will, uns überwältigt“ und er wird nicht müde in seinem Streben, die Menschen für die Bilder der Expressionisten zu gewinnen. Vieles von dem, was Kirchner, Nolde, Heckel oder Schmidt-Rottluff ausgestellt haben, war für die Betrachter so neu und fremd, dass der Rezensent Botho Graef in der Beschreibung ähnlich kreativ sein musste, wie das die Künstler in ihren Werken waren. Sein Ziel war die Vermittlung, die Anerkenntnis dessen, was er als neu und wegweisend erkannt hatte. Für Graef sind die Expressionisten jene „starken und tapferen Naturen, die das Wagnis lieben“ und die „Augenerlebnisse aus der Wirklichkeit“ – so gegenläufig diese auch sein mögen – in einer neuen, ungeahnten Harmonie vereinen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Werke jener Künstler, die wir heute als Expressionisten kennen und schätzen. Zugleich soll mit der Fixierung auf Botho Graef nicht nur ein Wortführer und Kämpfer der Avantgarde gewürdigt werden, sondern auch der Mikrokosmos einer aufstrebenden Universitätsstadt dargestellt werden. Der Sammelpunkt dieser Initiativen war der frühere Jenaer Kunstverein, der bis zum Ende der 1920er-Jahre auf Augenhöhe mit vergleichbaren Vereinen und Galerien in weit größeren Städten gearbeitet hat. Der Kunstverein – und auch die „Gesellschaft der Kunstfreunde von Jena und Weimar“ – waren inspirierende Plattformen für Begegnungen, die in die Bürgerschaft hineinreichten und zu jenen Ausstellungen und Erwerbungen geführt haben, mit denen Jena die Geschichte der neueren Kunst mitschreiben konnte.

In seiner Besprechung der Ausstellung „Neue Secession Berlin“ schreibt Botho Graef im Sommer 1911: „Wie wäre es, wenn das freie und stolze Jena sich eine Sammlung für die Entwicklung der Kunst wirklich bezeichnender Werke anlegte. Eine reiche Auswahl wird uns jetzt dauernd geboten: wenn rechtzeitig zugegriffen wird, kann man mit geringen Mitteln eine Sammlung zusammenbringen, auf die spätere Geschlechter mit Hochgefühl blicken werden. Sollten wirklich dafür die Mittel nicht aufgebracht werden können?“ Dieser Einwurf Graefs wird 1913 mit der ersten Erwerbung für eine „Sammlung moderner Kunst“ Wirklichkeit und mündet nur wenige Monate später in der Gründung einer Galerie. Die bedeutendste Schenkung erhält die Sammlung 1918 mit 260 grafischen Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner, die dieser im Gedenken an seinen verstorbenen Freund als Botho-Graef-Stiftung nach Jena schickt, um dessen Wirken dauerhaft und angemessen zu ehren.

Veranstaltungen zur aktuellen Ausstellung

Öffentliche Führungen

Sonntag, 17. September 2017, 15:00 Uhr
 Öffentliche Führung mit Angelika Bohn (Kulturjournalistin)

Sonntag, 29. Oktober 2017, 15:00 Uhr
 Öffentliche Führung mit Christian Hill (Kunsthistoriker)

Sonntag, 12. November 2017, 15:00 Uhr
 Öffentliche Führung mit Angelika Bohn (Kulturjournalistin)

"Kunststück am Donnerstag"

Kunsthistorische Sonderführungen

21. September 2017, 20:00 Uhr

"Seine Kunst ist sein Leben und sein Leiden"
Kunsthistorische Sonderführung zu den Werken von Ernst Ludwig Kirchner

12. Oktober 2017, 20:00 Uhr

"Erich Heckel setzt gelbe Segel" Farbwelten des Expressionismus'
Kunsthistorische Sonderführung mit Christian Hill

2. November 2017, 20:00 Uhr

"Niemand [wird] ohne Bewunderung für die Kraft der Farben bleiben können"
Kunsthistorische Sonderführung mit Angelika Bohn zu den Werken von Max Pechstein

Kunst und Kaffee

Als eine offene Interessengemeinschaft treffen sich die Mitglieder des Kunstsalons
regelmäßig zu Fachvorträgen, Ausstellungsbesuchen und Exkursionen.
Mit Sonderführungen beteiligen sie sich an ausgewählten Ausstellungen der Kunstsammlung
Jena und bereichern damit unser Vermittlungsprogramm.


Mittwoch, 27. September 2017, 15.00 Uhr

Mittwoch, 18. Oktober 2017, 15.00 Uhr

Mittwoch, 08. November 2017, 15.00 Uhr

Familiensonntage

24. September 2017, 11.00 Uhr

Welche Farbe hat das Glück? Das kleine Farbmonster und die Farben
Kühe, grün-gelbe Gesichter … Ja, wer hat denn hier so verrückte Bilder gemalt?!
Gemeinsam mit dem kleinen Farbmonster können wir uns auf eine aufregend bunte
Zeitreise zu den expressionistischen Künstlern in Jena begeben und erkunden,
warum die Bilder dieser Künstler oft so viel bunter gemalt wurden, als die Welt es
tatsächlich ist! Oder ist unsere Welt vielleicht sogar auch so bunt und wir müssen
die Farben nur finden? Mit Kreativprogramm.
Altersempfehlung: 4-9 Jahre. Kosten: Eintritt, zzgl. 1 Euro


22. Oktober 2017, 11.30 Uhr

Fräulein Zilla sucht Herrn Lenz – Puppenspiel vom Ateliertheater Erfurt
Fräulein Zilla möchte ihren Freund, Herrn Lenz, besuchen und macht sich auf die
Suche nach ihm. Sie begegnet einigen Herrschaften, die ihr sehr bekannt vorkommen:
Frau Sommer, den kleinen König Herbst und Lady Winter. Aber wo ist Herr
Lenz? Kommt mit und sucht den geheimnisvollen Freund von Fräulein Zilla. Im
Rahmen der 17. Thüringischen Puppenspielwoche.
Altersempfehlung: Ab 3 Jahren. Kosten: Eintritt, zzgl. 1 Euro

Veranstaltungen
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erik.stephan@jena.de

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