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Städtische Museen Jena
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Markt 7
07743 Jena

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Kurator
Erik Stephan
erik.stephan@jena.de

Direktor
Städtische Museen Jena
Erik Stephan

Werkleitung
Jonas Zipf (Werkleiter)
Carsten Müller
Thomas Vogl

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Dienstag bis Sonntag 10 – 17 Uhr
Montag geschlossen

Die relative Vermessung der Welt.

Künstlerbücher aus der Sammlung Opitz-Hoffmann und

Fotografische Porträts ausgewählter Künstlerinnen und Künstler aus der Sammlung Opitz-Hoffmann von Renate Brandt.

Plakat zur Ausstellung Plakat zur Ausstellung ©Kunstsammlung Jena

4. September – 21. November 2021

Künstlerbücher aus der Sammlung Opitz-Hoffmann

Die mit Abstand wichtigste Bereicherung, welche die Kunstsammlung Jena in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erfahren hat, ist die Schenkung der Sammlung Opitz-Hoffmann im Jahr 2014. Der Bestand, der sich aus mehr als eintausend Kunstwerken zusammensetzt, ist mit Ausnahme von wenigen klassischen Positionen eine Sammlung zeitgenössischer Kunst – eine, die neben Arbeiten von Joseph Beuys, Anna & Bernhard Blume, Felix Droese, Rune Mields, Eva-Maria Schön, Hans-Peter Feldmann und Rosemarie Trockel auch zahlreiche Werke von weniger bekannten Künstlerinnen und Künstlern einschließt. Schwerpunkt und Eigenart der Sammlung erklären sich jedoch nicht über Namen und Marktwerte, sondern aus Bildern, Konzepten und Zusammenhängen, aus Neugier und Freude an der Kunst und aus dem Umgang mit den Produzenten derselben.

Blick in die Ausstellung ©Kunstsammlung Jena

Bei der Sammlung Opitz-Hoffmann handelt es sich zum größten Teil um Arbeiten auf Papier, um Zeichnungen, Drucke, Fotografien, Künstlerbücher und Multiples. Von der klassischen Zeichnung bis zur konzeptionellen Plastik, vom aufklärerischen Manifest eines Joseph Beuys bis zur Landkartenüberarbeitung von Nanne Meyer steckt die Sammlung voller Überraschungen und liefert einen exzellenten Blick auf viele der innovativsten und eindrucksvollsten Positionen der Kunst unserer Zeit. Die Erscheinungsweisen dieser Bücher sind so verschieden wie deren Inhalte, die als Drehbuch, Archiv, Labor wie auch als Skizzenbuch oder Skulptur ausgeformt sein können. Die Faltungen von Franz Erhard Walther, die fein abgestimmten Bildlabore von Nora Schattauer, die fotografischen Drehbücher von Eva-Maria Schön, die Archive von Peter Piller oder die Buchobjekte von Thomas Virnich stehen hierfür ebenso beispielhaft wie die konzeptuell geprägten Bücher von Monika Bartholomé, Timm Ulrichs oder Bogomir Ecker.

Unter den Verlagen nimmt der in Köln ansässige Salon Verlag eine herausragende Stellung ein: Er ist nicht nur engagierter Distributeur, sondern auch Anreger, Ermöglicher und engagierter Förderer einer Kunstgattung, die zwar keine Hallen erobert, jedoch Grundsätzliches entwickelt. Das Buch ist analoger Speicher, ein Ort der Kontemplation und Konzentration, ist aber spätestens seit den Experimenten der Dadaisten, Konstruktivisten und Bauhäusler auch eine Plattform der Kommunikation und als solche hat insbesondere das Künstlerbuch bis heute viele Auferstehungen erlebt.

Ausstellungsbegleitend erscheint 2021 ein Katalog. Sobald dieser vorliegt, werden wir Sie informieren.

„Ausstellung in der Ausstellung“: Renate Brandt. Porträts „Ausstellung in der Ausstellung“: Renate Brandt. Porträts ©Kunstsammlung Jena

Fotografische Porträts ausgewählter Künstlerinnen und Künstler aus der Sammlung Opitz-Hoffmann von Renate Brandt.

Eine Auswahl von Künstlerinnen und Künstlern der Sammlung Opitz-Hoffmann wurde von der Bonner Fotografin Renate Brandt für diese Ausstellung begleitet und porträtiert. Auffällig ist das wiederkehrende, nahezu quadratische Format, das die Künstlerinnen und Künstler in einem Bildraum einfängt, der dem sensiblen, entschleunigten und auf das Essenzielle zielenden Blick der Fotografin entspricht. Renate Brandt sucht und findet in ihren ausnahmslos farbigen Fotografien das Individuelle, offenbart Eigenarten, solche der Person und auch solche, die mit der Art des künstlerischen Arbeitens korrespondieren.

Das geheime Versprechen der Fotografie, ein reales Abbild zu liefern, erfüllt sich mit den Fotografien von Renate Brandt auf eine sehr individuelle, teilnehmende Art künstlerischen Mitdenkens. Dadurch werden Person und Werk in Kongruenz gebracht und oszillieren um einen kritischen Punkt, der die Frage nach der Realität des Abbildes auf einer anderen Ebene einlöst. In der Entwicklung der modernen Kunst nimmt das Porträt eine Sonderstellung ein. Im Dienste der Auftraggeber verbraucht, wurde es zu Beginn der Moderne totgesagt und spätestens im Kubismus durch die reflektive Art der Malerei hinfällig. In der Fotografie waren es August Sander und andere, die den „Menschen des 20. Jahrhunderts” formal und auch politisch anders darstellten und ungeachtet aller Rückschläge an einem anderen, neuen „Antlitz der Zeit“ gearbeitet haben. Trotz aller Veränderungen bleibt die immer neue Definition des eigenen Befindens eingebettet in die Suche nach dem hintergründigen Wesen in der Vorstellung des Selbst und dessen Bezügen zur Welt. Genau diese Suche nach dem Selbst, ein im Grunde nüchterner Impuls der Aufklärung, gleicht heute mehr denn je einer Suche nach Orientierung in einer Welt zerfliegender Perspektiven. Die Anerkenntnis mehrerer, vielleicht sogar divergierender Wahrheiten verändert alles, verlangt viel und variiert den Blick auf uns und unsere Rolle in unserer Zeit.

Zur Ausstellung ist der Katalog Renate Brandt. Mittelpunkt mit den farbigen Fotografien erschienen. Er ist zum Preis von 18 Euro im Museumsshop oder hier zu erwerben.

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