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Kunstsammlung Jena
Städtische Museen Jena
Eine Einrichtung von JenaKultur.
Markt 7
07743 Jena

Tel. +49 3641 49-8261
Fax +49 3641 49-8255
kunstsammlung@jena.de

Kurator
Erik Stephan
erik.stephan@jena.de

Direktor
Städtische Museen Jena
Erik Stephan

Werkleitung
Jonas Zipf (Werkleiter)
Carsten Müller
Thomas Vogl

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10 – 17 Uhr
Montag geschlossen

Offener Prozess

17. Juli – 15. August 2021

Preview der Ausstellung „Offener Prozess“ und Präsentation der Webausstellung

Freitag, 18. Juni 2021, 19 Uhr

Im Vorfeld der Eröffnung wollen wir mit einer Preview, die am 18. Juni 2021, um 19 Uhr stattfindet, zum einen auf die kommende Ausstellung aufmerksam machen und zum anderen die Web-Ausstellung präsentieren, welche über die physische Schau hinaus existieren wird. 

Die Veranstaltung wird als Livestream via Zoom stattfinden. Sie wird moderiert von Jonas Zipf mit Redebeiträgen von den Kurator:innen Ayşe Güleç und Fritz Laszlo Weber, Gamze Kubaşık, Tochter von Mehmet Kubaşık, sowie der Projekt- und Ausstellungsleitung Hannah Zimmermann, Jörg Buschmann und Irène Mélix.

Wir würden uns freuen, wenn Sie an der Preview teilnehmen wollen. Über folgenden Link geht es zur Anmeldung:
 https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZUkdO-sqDguGdWphCSTqTICX5Fmp7rse2aW 

©JenaKultur

„Opfer und Überlebende sind die Hauptzeugen des Geschehenen, wir sind keine Statisten.“
İbrahim Arslan, Überlebender des Brandanschlags Mölln 1992

 Die Ausstellung Offener Prozess widmet sich dem NSU-Komplex. Sie nimmt dabei die Ost-Deutsche Realität insbesondere in Sachsen zum Ausgangspunkt, um eine Geschichte des NSU-Komplexes zu erzählen, die von den Migrationsgeschichten der Vertragsarbeiter:innen und den Kontinuitäten rechter und rassistischer Gewalt und des Widerstandes dagegen ausgeht. Mit dem Ansatz eines „lebendigen Erinnerns” rückt sie marginalisierte Perspektiven in den Mittelpunkt. Dabei werden konkrete Ausformungen wie rechtsterroristische Gewalt, Alltagsrassismus und institutioneller Rassismus in ihren Wechselwirkungen beleuchtet. Ebenfalls werden die Verbindungen zu anderen Formen der Gewalt gegen bestimmte als fremd markierte Personen, wie etwa Antisemitismus, in den Blick genommen.

 Analog zu Projekten wie dem dokumentarischen Theater NSU-Monologe und dem Tribunal NSU Komplex auflösen, beginnt die Ausstellung explizit nicht mit den Taten des NSU, sondern mit dem Leben, das existierte und in das diese Taten getreten sind. Kuratorische und vermittlerische Strategie wurden für die Ausstellung zusammen gedacht und entwickelt. Zeug:innenschaft ist dabei ein integrales Element. Zeug:innenschaft bedeutet nicht nur etwas zu sehen, etwas zu hören, sondern ist eine emotional-kognitive Handlung und führt zu einer sozial-politischen Praxis des Sich-Verbindens. Indem wir den Zeug:innen des rassistischen Terrors zuhören, werden wir in diesen Momenten zu Zeug:innen ihrer Zeug:innenschaft und dadurch auch selbst Zeug:innen. Wir stellen uns solidarisch zu den Erzählenden und nehmen ihre Geschichten auf. In dem wir uns zu ihnen stellen, entsteht auf diese Weise eine politische Form des Gedenkens, die sich performativ im Akt des Zuhörens und Erzählens kollektiv herstellt und fortschreibt.

 Der NSU ist ein Komplex. Mit dem Begriff NSU-Komplex wird deutlich gemacht, dass die Taten des NSU (intendiert und nicht-intendiert) durch Medien, Institutionen wie Ermittlungsbehörden, Verfassungsschutzämter, Politik aber auch durch die Öffentlichkeit unterstützt wurden. Der NSU hatte Vorläufer:innen und – umso schmerzlicher – jetzt auch Nachfolger:innen. Ausgehend von den Geschichten der Gast- und Vertragsarbeiter:innen will die Ausstellung auf die immer noch unaufgearbeitete Geschichte der rassistischen und rechts-motivierten Gewalt in Ost- und Westdeutschland schauen. Die Ausstellung soll es ermöglichen, sich für die Thematiken zu öffnen, sich an das Thema Rassismus zu wagen, sich zu trauen zu fragen und weiter recherchieren zu wollen, weil die Verbindungen zwischen den Ausstellungsinhalten und den Realitäten erkennbar werden. Handlungen sowie Verantwortlichkeiten, strukturelle Ungleichheiten, Fragen ungleicher Sichtbarkeiten werden erkannt und im besten Fall hinterfragt. Die Ausstellung regt an, immer wieder zu fragen: Wer spricht? Wer wird gehört? Wer wird nicht gehört?

 Künstlerische Beiträge von Harun Farocki, Hito Steyerl, belit sağ, Želimir Žilnik, Ulf Aminde und Forensic Architecture u.a. widmen sich den Lebensrealitäten von Gastarbeiter:innen, Migrationsgeschichten, dem Alltag in Deutschland und der rechtsterroristischen Gewalt wie dem Alltagsrassismus. Aktivistische Initiativen erinnern an diejenigen, die Opfer dieser Gewalt geworden sind und sind die lauten Stimmen derer, die sich dagegen zur Wehr setzen. Zuhören wird hier als politische Praxis verstanden, Erinnern als Prozess. Diese Ausstellung fordert auf zum Handeln. Die Ausstellung wird in verschiedene Städte bundes-und europaweit wandern. Sie wird von einem Vermittlungs-und Begleitprogramm gerahmt. Zeitzeug:innen werden sprechen, Perspektiven in Gesprächsformaten ausgetauscht, Impulse durch Filmscreenings gegeben, Menschen in Diskussionsrunden miteinander ins Gespräch gebracht, Musik ehemaliger Vertragsarbeiter:innen wird zu hören sein und die Ausstellung wird ein Ort der Begegnung und der Recherche sein. Die Ausstellung wird 2021 in Jena und Chemnitz sowie in Brüssel und an dreizehn Theaterstandorten zu sehen sein. Ab 2022 wandert sie vermehrt in Schulen aber auch in europäische Städte wie Novi Sad (Serbien). Ab 2025 wird sie als Dauerausstellung in Chemnitz im Rahmen der Kulturhauptstadt zu sehen sein.

Kuratorisches Konzept: Ayse Güleç und Fritz Laszlo Weber

Projektleitung: Hannah Zimmermann und Jörg Buschmann

Ausstellungsproduktion: Irène Mélix

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